Kärnten sagt Suchterkrankungen sportlich den Kampf an

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LH Kaiser und LR.in Prettner präsentieren neue Broschüren zu „Suchtprävention im Sportverein“ sowie engere Kooperation zwischen Suchtprävention und Sport: „Alles zu tun, um unsere Kinder und Jugendlichen frühzeitig zu schützen, zu stärken und zu begleiten, ist uns ein Herzensanliegen“

 

KÄRNTEN. Sport ist für viele Kinder und Jugendliche ein zentraler Bestandteil ihres Lebens. Damit er nicht nur Körper und Geist stärkt, sondern auch zur seelischen Gesundheit und insbesondere zur Suchtprävention beiträgt, wurden auf Initiative von Sportreferent Landeshauptmann Peter Kaiser und Gesundheitslandesrätin Beate Prettner gemeinsam mit Landessportdirektor Arno Arthofer sowie zahlreichen Expertinnen und Experten neue Leitfaden zur Unterstützung von Erziehenden sowie von Trainerinnen und Trainern erstellt: die neuen Broschüren „Suchtprävention im Sportverein – Ein Leitfaden für Erziehende“ sowie „Suchtprävention im Sportverein – Ein Leitfaden für Trainerinnen und Trainer“. Die von der Suchtprävention des Landes in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sport erstellten Broschüren bieten praxisnahe Informationen und Hilfestellungen, um Kinder und Jugendliche im Vereinsalltag frühzeitig zu stärken und vor suchtgefährdendem Verhalten zu schützen.

Außerdem wird die Zusammenarbeit zwischen Suchtprävention und dem Olympiazentrum Kärnten intensiviert – der Kick-off dazu fand gestern, Freitag, im Sportpark Klagenfurt statt. Ziel ist es, das Bewusstsein für Suchtprävention in Sportvereinen und -verbänden zu stärken und die Förderung von Lebenskompetenzen fest in der Vereinsarbeit zu verankern. Begleitet wird die Initiative von Eltern-Veranstaltungen und Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer, um diese fit für das Thema zu machen.

„Sport kann so viel Gutes bewirken – er verbindet, begeistert und vermittelt Werte, die weit über das Spielfeld hinausreichen“, betont Landeshauptmann Peter Kaiser. „Aber dort, wo Druck, Überforderung oder Leistungsdenken überhandnehmen, brauchen unsere Kinder Menschen, die hinschauen, zuhören und begleiten.“ Kaiser verwies auch auf seine persönliche Motivation, sich diesem Thema besonders zu widmen: „Ich weiß aus eigener, schmerzlicher Erfahrung, wie zerstörerisch eine Suchterkrankung sein kann. Umso wichtiger ist es mir, dass wir jungen Menschen Wege aufzeigen, wie sie mit Belastungen, Stress und Erwartungen gesund umgehen können – und dass wir ihnen zeigen, dass Stärke nichts mit Perfektion, sondern mit Vertrauen und Menschlichkeit zu tun hat.“

Gesundheitsreferentin Beate Prettner hebt hervor: „Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Es geht darum, Kinder und Jugendliche in ihrer psychischen Widerstandskraft zu fördern – sie zu befähigen, mit Stress, Gruppendruck oder Enttäuschungen umzugehen. Genau hier setzt diese neue Initiative an: Sie zeigt Wege auf, wie Eltern sowie Trainerinnen und Trainer durch offene Gespräche, Achtsamkeit und Vorbildwirkung einen wirksamen Beitrag leisten können.“ Ziel des Projekts sei es, mentale Stärke, Teamgeist und Eigenverantwortung zu fördern, damit Sportlerinnen und Sportler in jedem Alter gesunde Entscheidungen treffen können. „Leistungsdruck gehört im Sport oft dazu – doch er darf nicht krank machen. Suchtprävention heißt, Bewusstsein zu schaffen, dass Erfolg nicht auf Kosten der Gesundheit gehen darf“, so Prettner.

Landessportdirektor Arno Arthofer unterstreicht die wichtige Rolle der Kärntner Sportvereine: „Unsere Vereine sind mehr als Trainingsstätten – sie sind Lebensräume, in denen Kinder Teamgeist, Fairness und Zusammenhalt lernen. Trainerinnen und Trainer übernehmen dabei eine Schlüsselrolle. Sie können frühzeitig erkennen, wenn junge Menschen unter Druck geraten, und unterstützend eingreifen. Mit diesen Broschüren wollen wir ihnen konkrete Werkzeuge in die Hand geben.“

Die Broschüren „Suchtprävention im Sportverein“ für Erziehende wie Trainerinnen und Trainer bieten praxisnahe Tipps, rechtliche Informationen und Anlaufstellen für Beratung und Unterstützung. Sie sind kostenlos über sport.ktn.gv.at sowie suchtvorbeugung.ktn.gv.at abrufbar und werden landesweit an Sportvereine, Schulen und Elterninitiativen verteilt.

Leitfaden für Erziehende

Leitfaden für Trainerinnen und Trainer

 

Rückfragehinweis: Büros LH Kaiser/LR.in Prettner
Redaktion: Schäfermeier/Pichler
Versand: Manuel Skofitsch
Fotohinweis: Büro LR.in Prettner

15.11.2025